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Nordland Doghike - News
Geschrieben von Administrator   
Dienstag, 25. März 2008

Wegbeschreibung Nordland Doghike

 

Das nördliche Waldviertel ist eine mystische Landschaft, durchzogen von den Nebelschleiern uralter Mythen und Sagen. Es ist eine skandinavisch anmutende Region mit vielen Seen, hunderten Teichen, fantasievoll geformten Granitblöcken, tiefen Nadelwäldern, Wiesen, Feldern, kleinen, bäuerlichen Dörfern und romantischen, alten Städtchen. Der Nordland Doghike führt seine Teilnehmer durch jene Gegend und an einige interessante Stellen, die in dieser Wegbeschreibung ebenso erwähnt werden sollen.

Nach dem Start folgen wir den eigens angebrachten Markierungen bis zum Fiedelstein.

Laut einer Sage soll der Teufel auf diesem Stein sitzend auf einer Geige spielend die Menschen in das angrenzende Moor gelockt haben, wo sie dann zugrunde gingen. Viele dieser „Teufelssteine“ sind ehemalige heidnische Fest- und Opferplätze, die im Zuge der Christianisierung ihrer Heiligkeit beraubt und negativ dargestellt, eben „verteufelt“ werden sollten. Zwei Hinweise deuten im Zusammenhang mit diesem Felsblock auf seine ehemalige Funktion: erstens der Name (Musik war in frühgeschichtlicher Zeit hauptsächlich ein sakrales Element), zweitens die Erwähnung eines nahen Moores (in vielen germanischen und keltischen Ländern konnten Opferungen – auch Tier- und Menschenopfer – in Mooren nachgewiesen werden).

Wir folgen dem Wanderweg 13 am Schauflerteich, dem nahen Sportplatz und einem Gedenkkreuz für Gefallene des Zweiten Weltkrieges vorbei bis zur Kreuzung mit dem Wanderweg 12. Dieser führt uns nach rechts in den Wald zum Graslstein, einem angeblichen Unterschlupf des berüchtigten Räuberhauptmannes Grasl (der in Wirklichkeit aber meist bei Freunden Unterschlupf fand und kein Räubernest im Wald unterhielt).

Grasl ist ein niederösterreichischer Mythos: ein Räuber, der die Reichen bestahl um die Beute den Armen zu geben. Der edle Grasl, wie er in manchen Sagen vorkommt, ist aber eine Fantasiefigur. Der wirkliche Johann Georg Grasl verübte hauptsächlich Raubüberfälle in Häusern, und weil ihm die der Reichen zu gut gesichert schienen, hielt er sich an die der Armen. Dabei war er äußerst brutal, ein Menschenleben bedeutete ihm nichts. Es war die Zeit der Franzosenkriege, Soldaten zogen durch das Land, Polizeipräsenz gab es so gut wie keine. Dafür lebten es in fast allen Orten Leute, die Grasl gegen Gewinnbeteiligung heiße Tipps für Überfälle und Einbrüche gaben. Bis zu seinem Tod hatte Grasl um die 200 Verbrechen im Waldviertel begangen. Mit dem Kriegsende war auch die Zeit des Räuberhauptmanns dahin. 1815 wurden für seine Ergreifung 4000 Gulden ausgesetzt – ein Vermögen! Nun war Grasl nicht mehr sicher, denn jeder konnte sich den Preis verdienen. Es war im Herbst 1815 ein Polizeispitzel, der sich die Belohnung sicherte. In Mörtersdorf (in der Nähe von Horn) wurde Grasl gefangen. Die Jahre bis zu seiner Hinrichtung in Wien 1818 verbrachte er im dortigen Gefängnis in schweren Ketten. Gemeinsam mit Komplizen wurde er vor den Wiener Stadttoren gehängt. Seine letzten Worte unter dem Galgen (beim Anblick der unzähligen Gaffer) waren: "Jessas, die vieln Leut!" Übrigens: Besiedelt wurde der Graslstein, allerdings viel früher – Funde aus der Urzeit, die dort gemacht wurden, beweisen das.

Weiter wandern wir durch den Dachsengraben bis zum Richterteich, einem idyllischen Fischteich mit einer kleinen Insel. Wir folgen dem Wanderweg 12 weiter nach links, bis wir auf eine Straße stoßen. Einige Meter weiter rechts geht der Weg auf der anderen Straßenseite weiter und führt uns an den malerisch gelegenen Bauernhöfen der Siedlung Kashof vorbei zum Schläger Wehr, einem weiteren Teich. Nach einer kleinen Anhöhe kommen wir nach Schlag.

Der Name dieses Ortes gibt über sein Alter Auskunft. Im Mittelalter wurden Bauern in bis dahin unbesiedeltes Gebiet gesandt um dort Wälder zu fällen und in fruchtbares Ackerland zu verwandeln. Dazu mussten natürlich Bäume geschlägert werden. Im Waldviertel gibt es viele Orte, die auf „-schlag“ enden und dadurch auf diese mittelalterlichen Rodungsflächen hinweisen.

Wir überqueren die Straße und folgen dem Wanderweg 12 weiter in den Wald. Bei einem Hubertusgedenkstein biegen wir nach rechts auf den Wanderweg 20 ab, der westlich am Eulenberg vorbeiführt.

Eine Sage erzählt von einer versunkenen Stadt, die einmal auf dieser Erhebung gestanden haben und von Schätzen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr den Sterblichen dort in Höhlen zugänglich sein sollen. Oftmals weisen diese Überlieferungen tatsächlich auf alte, aufgelassene Siedlungen hin. Auch in diesem Fall liegt die Vermutung nahe, dass auf diesem mit 620 Höhenmetern höchsten Hügel der Gegend eine Ansiedlung bestanden hat, denn das keltische Wort „Ola“ (Gehöft) könnte im Laufe der Jahrhunderte leicht zu „Eule“ geworden sein.

Nachdem der Wanderweg 20 einige Meter auf einer Forststraße nach links geführt hat, biegen wir rechts zu der kleinen Ansiedlung Windmannhäuser ab. Dort kreuzt bald der Wanderweg 11, dem wir erst auf schmalerem Weg, später auf einer Forststraße nach Gopprechts folgen. Aus dem Wald in den kleinen Ort wandernd überqueren wir den Reißbach und die Geleise der Schmalspurbahn Gmünd-Litschau, die mittlerweile nur mehr in den Sommermonaten als Touristenattraktion fungiert. Auf der anderen Seite der Straße führt der Wanderweg weiter, der ab hier auch die Nummer 608 trägt. Nach einem kurzen Stück durch den Ort führt der Weg wieder links von der Straße weg über einen Hügel nach Reichenbach. Auch hier überqueren wir die Straße und wandern über Wiesen, Äcker und Wald bis in die Nähe des Höllsteins, dem Ende des Höllgrabens.

Der Höllgraben ist eine weitgehend urtümliche, eindrucksvolle Tallandschaft. Die eher düster wirkende Umgebung des Tales, durch die der Föhrenbach fließt, die außergewöhnlich geformten Felsbildungen und die Verschüttungsstrecken tragen zu einer ganz besonders ausgeprägten Stimmung in der Landschaft bei, die für frühere Generationen – vor allem im Vergleich mit der heiteren, sanften Hügellandschaft ringsum - sehr mystisch gewirkt und für sie dem Namen nach offensichtlich eine Verbindung ins Totenreich dargestellt haben muss.

Bald treffen wir erneut auf den Wanderweg 20, dem wir nun nach rechts in den Ort Loimanns folgen. Diese Siedlung entstand nahe der alten Litschauer Hinrichtungsstätte, dem Galgenberg. An der Gehörlosenkapelle vorbei wandern wir nach Reitzenschlag. Wir folgen dem Wanderweg 20 durch den Ort und über Felder und Wiesen nach Schandachen. Auch diesen Ort durchwandern wir entlang der Straße, bis wir an seinem Ende nach links Richtung Sagteich und Großem Schandacher Teich abzweigen. Kurz hinter den Gewässern zweigt der Wanderweg nach rechts von der Straße ab und führt erneut über eine typische Waldviertler Hochebene mit Granitblöcken, Baumgruppen und Äckern. Nach etwa einem Kilometer gelangen wir erneut an eine Kreuzung, an der wir geradeaus weitergehen und dem Weg (der nun mit der Nummer 52 bezeichnet ist)folgen, bis wir wieder auf eine Asfaltstraße treffen. Dieser folgen wir nach rechts in den Ort Illmanns. Nach der Querung der Hauptstraße folgen wir kurz der Straße Richtung Reingers, verlassen diese aber schon nach kurzer Zeit und biegen links auf einen Wanderweg ab, der nach etwa 250 Metern in eine Forststraße übergeht. Bald stoßen wir auf eine weitere Forststraße, der wir – weiter auf dem Wanderweg 52 – nach links folgen. Bei Grametten queren wir wieder eine Asfaltstraße und folgen dem Weg 52 bis Griesbach. Am Ende des Dorfes wenden wir uns nach rechts und folgen der Straße in den Ort Alttürnauhäuser. Dort führt uns der Wanderweg 20 nach der Straßenkreuzung geradeaus entlang der Mäander des Kastenitzerbaches. Wir passieren eine Sägemühle, dann das Hotel-Restaurant Sonnenhof und schon bald stoßen wir knapp nördlich des Hörmannser Schlosses auf die Straße, die uns nach rechts zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem ReKa-Kennel , zurückbringt.

 
Wer gerne wissen will, wie dieser Weg auf der Karte aussieht, kann sie sich schon mal vorab hier ansehen und/oder downloaden! Übrigens - "CP" ist auf der Karte die Abkürzung für "Checkpoint"! ;-)


Kommentare (3)
Geschrieben von: mform am 25-03-2008 12:19
 
 
hallo christian, 
super arbeit, danke !! 
 
lg 
mario
 
Geschrieben von: Chris am 26-03-2008 15:07
 
 
Das war keine Arbeit, das war ein Vergnügen! ;-)
 
Geschrieben von: thom am 27-03-2008 08:18
 
 
Hallo, 
freu mich schon auf Mitte Mai! 
lG 
Thom
 

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