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Schneebergland-DT 2010
Geschrieben von Christian Vajk   
Sonntag, 20. Juni 2010

Die heurige Veranstaltung im niederösterreichischen Schneeberggebiet sollte die erste zweitägige Dogtrekking-Tour in dieser Gegend sein und so hofften wir als Veranstalter natürlich auf dementsprechend angenehmes Wetter. Unsere Idealvorstellung von kühlen, trockenen Bedingungen schien sich laut Wetterbericht nur teilweise zu erfüllen: der erste Teil unserer Hoffnungen deckte sich mit den Prognosen, allzu trocken sollte es aber laut den Meteorologen an diesem Wochenende nicht werden. Freitag Nachmittag trafen die ersten Teams in Gutenstein auf der Mamauwiese, dem Camp und Startplatz, ein. Keiner der Teilnehmer, die aus Niederösterreich, Wien und Oberösterreich angereist waren, wollte sich die Stimmung durch den angekündigten Dauerregen verderben lassen und so war die Stimmung bei der abendlichen Trekkerbesprechung gut, wenn auch nicht allzu ausgelassen – mit widrigen Wetterumständen war nun mal mit Sicherheit zu rechnen. Da aber Dogtrekking eine ausgesprochene Outdoorsportart ist, war allen klar, dass man sich den Umständen stellen musste und der Herausforderung einer Bergtour unter widrigen Umständen eben durch sorgfältige Wahl der richtigen Ausrüstung Rechnung tragen musste. Die Nacht bot den Teilnehmern auch bereits einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Verhältnisse: Es regnete und stürmte, was in Zelten natürlich noch eindrucksvoller miterlebt werden kann als unter Dach. Wir Organisatoren beschlossen, den Trail, der durch einen ausgesetzten Streckenabschnitt, der bei Nebel oder Regen nicht ungefährlich sein konnte (den Fadensteig) durch eine alternative Streckenführung über eine lange, aber einfach zu begehende Forststraße zu entschärfen. Trotz dieser Maßnahme war der erste Tag der Veranstaltung durch die nicht unerhebliche Anzahl an Höhenmetern für die meisten Teams recht anstrengend. Aus diesem Grunde war der Trail auch so geplant, dass die Teams an zwei Hütten (der Edelweiß- und der Kienthalerhütte) Flüssigkeit, Proviant (und damit auch Motivation für den nächsten Streckenabschnitt) auffüllen konnten. Sogar der höchste Punkt des Schneebergs, das Klosterwappen (2076 Meter Seehöhe), wurde überschritten. Glücklicher Weise war auch der Wettergott – zumindest halbherzig - auf unserer Seite und alle Teilnehmer erreichten nur schweiß- und nicht regennass das Tagesziel, die Fischerhütte. Nachdem die Hunde versorgt waren, erwartete auch die Menschen ein hervorragendes Abendessen, fröhliches Geplauder in netter Runde und zu später Stunde noch ein musikalischer Tagesausklang mit Gitarre und vielen Evergreens.In der Nacht regnete es erneut ausgiebig, aber im Matratzenlager schien das auf die Teilnehmer keinen zu großen Eindruck machen zu können. Am nächsten Morgen bot sich uns ein wunderschöner Hochgebirgs-Sonnenaufgang – erneut ohne Regen! Die Chancen, trockenen Fußes ins Ziel auf der Mamauwiese zu gelangen, schienen gar nicht so gering zu sein. Nach einem ausgiebigen Frühstück, dem Wässern der Hunde und einem letzten Ausrüstungscheck begannen die Mensch-Hund-Teams den Abstieg. Die erste Herausforderung erwartete sie bereits einige Meter unterhalb der Fischerhütte: Ein weitläufiges Schneefeld hatte sich an der Nordseite des Berggrates gehalten und wollte unfallfrei überquert werden. Hier wurde deutlich, wer mit seinem Hund solche Situationen bereits geprobt hatte und wer nun auf rutschigem Untergrund und steil bergab improvisieren musste. Ohne größere Unfälle gelang es aber allen Teams auf festen Boden zu gelangen und besonders die Läufer konnten auf der anschließenden Hochebene und einem verhältnismäßig angenehmen Weg sehr flott mit ihren Vierbeinern vorankommen. Die Route führte nach einem Abstieg zur Mittelstation der Schneebergbahn über den nördlichen Grafensteig, der aufgrund seiner zahlreichen Geröllfelder nicht einfach zu begehen war, aber immer wieder wunderschöne Ausblicke bot, zur Edelweißhütte, dem ersten Checkpoint des Vortages. Die Nässe der letzen Zeit machte die Wege teilweise ziemlich rutschig und so war es vor allem ein großes Maß an Konzentration, das beim Abstieg von den Teilnehmern verlangt wurde. Knapp nach Mittag kamen die Teams nun doch noch auf den letzten Kilometern in erst zögerlichen, dann starken Regen – nur vier konnten die Tour trocken beenden. Nach dem Eintreffen im Ziel wurden erneut zuerst die Hunde und dann die Menschen versorgt, ein wetterbedingt minimalistisches Abschlussessen bildete anschließend das Ende der Veranstaltung, die gezeigt hatte, dass Dogtrekking dem Abenteuer und dem bewussten Erleben der Natur in Gemeinsamkeit mit dem vierbeinigen Teampartner mindestens ebenso nahe steht wie dem Sport.




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