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Termine

Freitag, 1. September 2017:
Dachstein DT

Samstag, 9. September 2017:
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24h Burgenland - Bericht von Udo Trummer

24h Burgenland und kein Ende. Gut so… für uns! Denn auch Udo Trummer war mit von der Partie und präsentiert uns hier nahezu spürbar das Erlebte in den folgenden Zeilen. Viel Spaß beim lesen (und anschließend Dehnübungen nicht vergessen und den Flüssigkeitshaushalt wieder ins Lot bringen)!

Wie es mir ergangen ist? ... Tja., wie war es? Extrem schwierig in Worte zu fassen, ehrlich! Es kann nur ein Versuch sein: Wunderschön, beflügelnd, hart, eindrucksvoll, herzerwärmend (beim Blick auf meine Hunde), mit viel Gemeinschaftssinn und menschlicher Wärme, toll organisiert, mit exzellenter Verköstigung, zäh (Wann kommt denn endlich Purbach?), voller Neugierde und Experimentierfreudigkeit ("Wie weit läuft/marschiert ein Udo - mit seinen Hundsis?"), ein großes Geschenk, voller Unterstützung, herzlich, u. a. Lehrzeit in Sachen Subjektivität (z. B. anhand der Wahrnehmung von Distanzen – „Diese kleine Ewigkeit soll der angegebene Hupfer von vier Kilometern nach Jois gewesen sein?“), eingebettet in die Gemeinschaft (auch wenn abschnittweise weit und breit sonst niemand zu sehen war), gespickt mit menschlichen Begegnungen der positiven Art, philosophisch (wie knapp Ergebnisse doch beieinander liegen können, z. B. Durchkommen und Abbruch, der für mich aber wirklich keine Schande gewesen wäre), extrem, überraschend (… waren Kameras und Mikrophone da und wir in Radio und Fernsehen), Augen öffnend, getragen vom augenscheinlich immer grünen Bereich der Hunde sowie unserer Routine bei Dogtrekkings und dem Czech Longtrail (Šedivá?k?v long, unser jährliches „Pflicht“-Schlittenhunderennen), wohl unvergesslich ...

Wir sechs Dogtrekker waren ein tolles Team, das gefällt mir besonders gut! Auch wenn alle in ihrem Tempo unterwegs waren und ihre extremen Grenzen individuell ausgelotet haben (auch „ihre individuellen Grenzen extrem ausgelotet haben“ ist richtig), so waren wir doch von gemeinschaftlichem Geist getragen – und sei es per SMS. Wir sollten demnächst gemeinsam essen gehen!

Obwohl niemand an meinem Zieleinlauf gezweifelt zu haben schien, so ging ich deutlich experimentierfreudiger an die Sache heran und der Zieleinlauf nach der vollen Distanz stand für mich nicht fest. Ein Marathon war vor etlichen Jahren eine interessante Erfahrung, sollte jedoch für dieses Leben reichen. Durch meine Hunde war ich aber bereits zum Rückfalltäter geworden: langsamer zwar, aber wir waren in den letzten Jahren wiederholt über die doppelte Distanz in einem Stück unterwegs gewesen. Wir waren gut in Form, aber 120 Kilometer? Was habe ich mir denn dabei bloß gedacht? Danke, Albert, für Deine Verrücktheit!

Ohne meine Hunde wäre ich sicher länger unterwegs gewesen (und ja, Icebugs - schwedische Laufschuhe mit Spikes - sind toll!) und ohne Birgitts tolle Betreuung vielleicht nur bis Neusiedl am See gekommen. Stellvertretend für das gesamte Starterfeld gratuliere ich dem Trailteam von „Dogtrekking & More Sportunion“: Lisi, Albert, Jaroslav mit seinem Hund Alex und Karli - wir alle haben unsere Grenzen verschoben, uns selbst besser kennengelernt und einen erinnerungswürdigen Tag erleben dürfen. Mein inniger Dank den Organisatoren und Helfern von http://www.24stundenburgenland.com/ sowie an Birgitt!

Doch der Reihe nach: Dank Albert bereits am Vorabend mit dem Startersackerl versogt, mussten wir nur rechtzeitig um 04:30 Uhr am Start stehen. Da waren auch noch locker eine Hundepinkelrunde und etliche Minuten Einstimmungstehen in Oggau drinnen. Da wir zumindest gemeinsam starten wollten, warteten wir zusammen und nach dem Gruppenphoto ging´s für uns um 04:44 Uhr los! Langsam trabte ich mit Sheyenne und Sannerk nach den ersten Schritten und einem „Good Trail“ an und wir verließen den straßenbeleuchteten Bereich und damit Oggau. Vor mir erschien bald eine mehrreihige Lichterkette durch die Weinberge, die Stirnlampenkegel von ca. 600 minus fünf Weggefährten. Was für ein Anblik! Zweimal strömten Wanderer und Läufer von links unten, von der Autostraße, herbei - da hatte sich wohl die erste Abzweigung im Dunklen versteckt ;) Die erste Trailbekanntschaft war ein Radler, der seine laufende Freundin begleitete. Er wußte nicht, wo sie sich gerade befand (vor oder hinter uns), und so befragte er mich über meine Hunde und dann plauderten wir bis nach Ungarn hinein über allerlei. Danke für die Kurzweil, das war schon ein netter Auftakt.

Das Tempo habe ich sehr bald herunterzudrosseln versucht, denn Pulver verschießen nur Anfänger ohne Erfahrung zu Beginn! Einen Prüfstein habe ich mir schon zu Hause zurechtgelegt: Ich wollte uns so rasch wie möglich in ein Tempo einpendeln, in dem auch Sheyenne locker trabt und nicht nur Sannerk. Bald nach der Überholphase, wo wir neben den Wanderern im „Tief“schnee liefen, fanden wir Anschluß an das Läuferfeld, in welchem wir uns dann langsam, aber stetig, vorarbeiteten. Sind wir zu schnell? Die Hunde und ich trabten gemütlich dahin, ich hatte ein saugutes Gefühl. Aber es ließ sich irgendwann nicht mehr verhindern, den jeweiligen Läufer vor unserer Nase zu überholen. Vorsichtshalber drosselte ich auf einen Takt langsamer. Die nächste Trailbekanntschaft war eine echte Ultraläuferin, die Sheyenne und Sannerk sofort in ihr Herz schloss. Natürlich plauderten wir zuallererst über: Sheyenne und Sannerk! In Balf/Wolfs begann sich das tägliche Leben zu regen und die ersten Schulkinder warteten bereits auf den Bus. Irgendwann im vereisten ungarischen Süden des Neusiedlersees (ungar.: Fert?-tó) meinte Katja (wie später durch Facebook enttarnt), wir seien ihr zu flott und verabschiedete sich in eine langsamere Gangart. Ja sag einmal! Bin ich wirklich zu schnell? Hm … Viele Wildgänse überflogen uns mit ihrer Morgenmusik. Gute 100, 150 m vor der mobilen Labestation bei der Abzweigung (in Hegykö) auf den raueren Abschnitt legte ich unsere erste Pause ein. Ungefähr 35 km waren geschafft, Snacks und Flüssigkeit für alle waren fällig. Bei der offiziellen Labestation war Katja wieder da und bis zum Einserkanal liefen wir wieder mehr oder weniger gemeinsam. Ihre Begeisterung für die grauen Ungarischen Steppenrinder mit den langen Hörnern führte zu diversen Photostopps. Einmal dachte ich, dass sie nun zu dem fähig wäre, worauf ich sein einiger Zeit wartete: auszutreten - aber nein, es war eine besonders große Herde, die ihr den Abstecher in die Botanik wert war.

Nach fünf Stunden über beschneiten Asphalt und vereiste Straßen beendete ich am Einserkanal meine Laufzeit und fiel in einen Marschschritt, der meine schmerzenden Kniekehlen bald wieder zu besänftigen vermochte. Nieselregen setzte ein, der es aber erfreulicherweise bei einem kurzen Auftritt beließ. Ein kurzes Trailgeplauder und da war Apetlon, Halbzeit! Nach einem Tee wurden gleich die Hunde mit einem Viertel ihrer Tagesration und Wasser versorgt, bevor ich in die warme Stube im Gasthof Weinzettl zu gespritztem Apfelsaft mit einem Schuß Zitrone und Extremfrankfurter mit einem Seidel einkehrte. Das tat guuuut! Mit mir am Tisch saß eine Frau, die mit wattierten Stieferln, die gerade zum Einkaufen über der Straße geeignet waren (sie sagte „Moonboots“), beachtliche 35 km unterwegs war! Dann brannten ihr doch die Fußsohlen zu sehr und sie nahm ein Taxi hierher, wo sie auch zu Hause ist. Nächstes Jahr will sie die Wanderschuhe anziehen, ganz sicher! Da unsere Service-Birgitt im Anflug war, folgte kurz darauf noch ein Kaffee. So ging es nach einer ausgewachsenen Pause von 100 Minuten mit frischen Kräften wieder los.

Nach dem letzten Haus von Apetlon verfiel ich nahezu automatisch in einen Laufschritt, den ich aber doch lieber erst nach Illmitz aufnehmen wollte - drei Kilometer warmgehen erschien mir einfach g´scheit. Doch wie es der letzte Jännertag so wollte entwickelte sich mit einen Ultraläufer, der ebenfalls marschierte, eine kameradschaftliche Plauderei - kurz und gut: Es blieb für heute beim Marschschritt. Zwischen der Grenze und Podersdorf bereicherte eine Errungenschaft der modernen Welt meinen Weg: SMS. Unser Team blieb damit verbunden und meine Daheimgebliebenen ließen mich erstaunt und erfreut wissen, dass sie uns im Fernsehen gesehen hätten. Als das SMS-Chaos perfekt war, weil ein Freund eine Antwort-SMS an Lisi (vom Team) erhielt, schloss ich nach der Klärung das pedesmobile Büro. Ein Mangalizaferkel zur rechten Zeit erregte unser aller Aufmerksamkeit und verband auch mich wieder ganz mit der 24-Stunden-Burgenland-Realität.

Die Labestation Seecafé Podersdorf war mit sensationellen Schokoküchlein und wirklich gutem Apfelpunsch sowie Obst - für alle Extremen wieder extrem gratis J - eine Pause von annähernd einer Stunde wert. Meine pelzigen Begleiter waren heute anscheinend ein Magnet, denn nun gesellte sich ein sympathischer Reporter von Radio Burgenland zu mir; bloß die Einsatzbereitschaft seines Mikrophons machte den Unterschied zwischen Interview und privater Plauderei aus. Ein zweites Schokokuchenstück und noch ein Apfelpunscherl ließen mich länger pausieren als meinen Weggefährten aus Oberösterreich, auf den wir erst wieder am Nordufer aufschließen sollten. Mit einem erreichten Podersdorf war ich bereits zufrieden.

Spürbar bestätigten Rückmeldungen der Oberschenkelmuskeln und Blasen unseren extremen Gassigang, so war nach der Pause das Aufstehen wieder eine steifbeinige Angelegenheit. Aber wir kamen bald in unseren Schritt, der mit 7,3 km/h ganz passabel ausfiel. Langsam begann die Dämmerung einzusetzen, es ging an Schilfmandeln vorbei, … was war das? „Nein, das ist keine Weihe, der Kopf ist viel zu groß und …“ Es konnte nach kurzem Überlegen fast nur eine Sumpfohreule oder eine Schleiereule sein! Beide Grund zu extremer Freude J In Weiden liefen wir auf unseren Weggefährten ab Illmitz auf und gemeinsam trafen wir zu herrlich gratis Kraftsuppen (mit Gebäck) und Getränken aller Art in der Labestation Pannoneum (Neusiedl am See) ein. Wegen einer aufbegehrenden alten Verletzung war für ihn hier leider Schluß - ich war dadurch nicht gerade angefeuert, genoß erst einmal die Wärme samt der ausgezeichneten Verköstigung und ließ die Frage des nächsten Ziels offen. Die Hunde labten sich am zweiten Viertel der Tagesration und beschäftigten sich gewissenhaft mit einer laufkrafterhaltenden Maßnahme: Schlaf. Birgitt hatte Albert und Karli bereits eingesammelt und sie leisteten uns beste Gesellschaft. Geduldig und ohne den geringsten Druck zu machen – sie wollten sicher nur mehr nach Hause – warteten sie, bis ich tatsächlich wieder auf den Beinen war und nach 140 Minuten Pause mit meinen Pelzigen in die Dunkelheit verschwand.

Bis Jois wollte ich es auf alle Fälle noch probieren. Das sind den Angaben gemäß bloß 4 Kilometer, auch wenn mir diese wie 12 vorkamen. Doch es war verzaubernd schön! Das schneeerhellte Szenario beschränkte den Einsatz der Stirnlampe auf Kontrolle von Wegweisern und Abzweigungen, es war eine besonders schöne Ausgabe unserer geliebten Nachtspaziergänge. Tagsüber hatten wir es mit - 1 °C und schwachem Wind zu tun, erst mit seinem abendlichen Aufleben drang dieser etwas durch das gelbe 24-Stunden-Burgenland-Hauberl hindurch. Es avancierte innerhalb der ersten Stunden, also ziemlich schnell, zu meiner neuen Lieblingskopfbedeckung. Für die Nachstunden wärmer adjustiert trug ich nun unter dem gelben Andenken eine dünne Windstopperhaube und unter Hose und Jacke weitere Schichten. Seit einigen Stunden hatte ich den Verdacht, dass ich zu kühl ausgestattet war und meine Muskeln der Oberschenkel stimmten diesem Gedanken wohl bei. Bei der Pause in Neusiedl wurde ich von unserer Betreuungs-Birgitt aus meinem Gewanddepot versorgt (eine lange Unterhose war beim Reservegewand im Rucksack nicht dabei) und zusätzlich hat sie meine Blasen an den Zehenballen fachfraulich versorgt. An dieser Stelle hatte ich noch nie Blasen (und derer hatte ich schon unzählige), aber Spikelaufschuhe im Marschiertempo in Kombination mit dem leichten Huskyzug von vorne … Es schien mir jedoch erstmals, als ob die Blasen bei mir kapituliert hätten, denn sie sahen schlimmer aus, als sie zu spüren waren (was auch ein, zwei Wochen später während unserer Lapplandfahrt so sein sollte). Weiters wurden meine Oberschenkel mit einer durchblutungsfördernden Creme eingerieben und ich dadurch startbereit gemacht! Ein bisschen Spaß muß auch dabei gewesen sein, denn so professionell sie sonst agierte, so kalt gelangte die „wärmende“ Creme auf meine Haut …

Erstmals seit meiner Kindheit wieder mit einer langen Unterhose versehen fiel mir unweigerlich die amüsierte Geschichte meines Vaters ein, wonach meine Oma ihn als ungefähr Sechzigjährigen vor einem winterlichen Waldaufenthalt fragte, ob er wohl seine lange Unterhose anhätte … Die Lange tat jedenfalls meinen Muskeln gut und bewahrte die Labsal der Massage. Die Kälte der Nacht setzte andererseits rechtzeitig ein, sodaß ich in meinen vermehrten Gewandschichten gerade nicht zu schwitzen begann und irgendwann war Jois doch aus der Nacht aufgetaucht. An diesem Prüfstein ging es mir - und den Hunden sowieso - so gut, dass mir ein Abbruch gar nicht in den Sinn kam. Weiter ging es nun Richtung Süden, in vier Ortschaften würden wir am Ziel sein! Es waren fünf, eine Ortschaft hatte ich nicht bedacht und war später durch das unerwartete Ortsschild überrascht. Ein Mysterium des Flachlandes, das mich zwei Wochen später auch in Lappland neckte: Es ist immer länger als gedacht, ein Extraabschnitt wartet immer! Und noch eines: Die Subjektivität der „Ewigkeit“ bzw. Distanzwahrnehmung („Wie schnell sieben Kilometer vorüber sein können und wie lange zwei Kilometer dauern können!“) und der dadurch aufkeimende Zweifel an offiziellen Kilometerangaben. So habe ich das in den Bergen noch nie erlebt. Frei nach Zwerg Gimli (Herr der Ringe) hieß die Devise „Weitermarschieren ist das Geheimnis, einfach weitermarschieren“ und wegen dem Tee und den Bananen aus der offiziellen fliegenden Versorgungsstation sowie einem extrem guten Gemüsesupperl aus Birgitts Begleitservicebus blieb meine eiserne Reserve (Power Gel) wieder einmal unangetastet im Erste-Hilfe-Tascherl. Außerdem mangelte es nicht an motivierender Unterstützung: Der nette Versorgungsfahrer startete auf meine Bemerkung, dass ich der limitierende Faktor sei, und nicht die Hunde (was ich auf die Marschgeschwindigkeit bezog, er auf das Durchkommen gemünzt aufgefasst haben mußte), sofort eine flammende Rede auf den Durchhaltewillen und mehrmals passierte ich den wartenden Dogtrekking-&-More-Sportunion-Motivationsbus.

Die individuellen Antworten auf die Frage des Durchkommens lagen mit konträrem Ergebnis sicher oft knapp beieinander. Da erinnere ich mich an eine bemitleidenswert schwankende Gestalt vor mir, die wir knapp vor einem Versorgungsstopp eingeholt hatten. Der junge Wanderer, der augenscheinlich bereits vom Willen mitgetragen wurde, war jedoch nach nur einem von mir stehend getrunkenem Tee - die Banane nahm ich mit auf den Trail - wieder aus dem Sichtfeld und es dauerte eine beachtliche subjektive Zeitspanne, bis wir ihn wieder überholten. Als ich ihn kurz später mit einigen weiteren Mitwanderern auf einen falschen Weg verleitete - ich war gerade weitermarschiert anstatt der unmarkierten (oder wir alle haben eine Markierung übersehen) Abzweigung nach rechts zu folgen, da konnte ich seine schmerzenden Füße fast selbst spüren. Denn der Weg wurde holprig und mir wurde klar, dass das sicher kein Radweg sein konnte. Aber die Richtung stimmte und es war ja alles flach … Immer wieder blickte ich in der Hoffnung zurück, dass er dem richtigen Weg folgen würde, aber der Lichtkegel meiner nun im Dauereinsatz befindlichen Stirnlampe lockte auch über hunderte Meter zu stark. Bald stand ich an einem Wassergraben, zu breit, um in der aktuellen Verfassung trockenen Fußes darüberzuspringen. Den Spuren nach war ich hier nicht der Erste: Wenige Fußabdrücke verliefen sich auf der anderen Seite des Wassergrabens, nach rechts die meisten anderen. Also der „Autobahn“ entlang - Laufschuhspuren in einem verwachsenen Acker mit lehmig klebriger Erde - bis Sträucher und Bäume sichtbar wurden. Das Ackern war vorbei! Doch der Acker war auch im rechten Winkel von einem nassen Graben gesäumt und dadurch vom dahinter befindlichen radwegtauglichen Feldweg getrennt. Nach 50, 60 Metern „in die falsche Himmesrichtung retour“ befand sich jedoch eine Engstelle und wir waren möglicherweise auf der offiziellen Strecke zurück. Etwas später bestätigte das Versorgungsfahrzeug und ein Wegweiser diese Annahme.

In Donnerskirchen wartete eine kleine „Erfrischung“: Eine Übersichtskarte verunsicherte mich anfangs, denn der eigene Standort war falsch eingezeichnet bzw. war diese Tafel wohl für das Ortszentrum hergestellt worden und nicht für den Bahnhofsvorplatz. Meine pelzigen Begleiter hatten die Orientierungsphase sofort zu einem Blitzregenerationsschläfchen genützt, Profis eben. Genau hinschauen hat sich wieder einmal gelohnt und frohen Mutes ging es weiter. Ein offensichtlich angefahrener und dadurch schräg stehender Wegweiser verleitete mich zu früh abzubiegen, aber parallel zur offiziellen Strecke unterwegs drehte ich nun auch nicht mehr um. „Jetzt ist es nur mehr Kopfsache“ hatte mir der Versorgungsfahrer bereits vor Winden gesagt und da pflichtete ich ihm mehr denn je bei. Ich wollte nur mehr durch´s Ziel. Unvorstellbare ACHT Kilometer sollten es dann laut einem Straßenhinweisschild noch sein! Sollten es nicht bloß noch … Was soll´s, aber jetzt einfach entlang der Straße am Bankett! Das scheue ich normalerweise mit den Hunden wie der Teufel das Weihwasser, aber um diese Uhrzeit war der Verkehr gering, herannahende Fahrzeuge waren weit zu sehen und wir hatten noch acht Kilometer vor uns! „Du hast es gleich geschafft!“ ermunterte mich Michael aus dem Organisationsteamauto und er sollte recht behalten. Den letzten Abschnitt hätte ich nie auf acht Kilometer geschätzt, aber die Subjektivität der Wahrnehmung hatte mich heute schon mehrmals in Verwunderung versetzt. Früher als erwartet befanden wir uns somit doch tatsächlich in der Zielgeraden und trotz des reschen Marsches (bald nach der Hiobsbotschaft der acht Kilometer stellte sich wieder eine Harmonie auf flottem Niveau ein) fielen wir sogar noch/wieder in einen Laufschritt … den ich sogar als locker empfand …

Ja, so kam es, dass eine kleine 24-Stunden-Burgenland-Anstecknadel mich immer an diesen Zieleinlauf erinnern wird, an diese außergewöhnlichen 116 km bzw. 21 Stunden (5 h Lauf, 5 h Pausen, 11 h Marsch, - 2 kg).

Wer weiß schon, wohin uns der 24-H-Spirit („Der Weg deines Lebens“) noch führen wird? „Und nächstes Jahr …“ ist in unserer Runde bereits zu hören gewesen …

Ein herzliches DANKESCHÖN an alle guten Geister und verbundene Grüße an alle extrem Beteiligten!

Keyword: Extrem ;)

Bilder: https://picasaweb.google.com/UdoTru/2014020124hBurgenland

Kommentare   

 
0 #1 86Elena 2017-07-24 13:43
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