Was ist dogtrekking?

Oder: WIE FASZINIEREND DIE MENSCH-HUND-BEZIEHUNG SEIN KANN!

Dogtrekking leitet sich vom englischen Wort für Hund (dog) und Weitwandern (trekking) ab, somit ist „dogtrekking“ als „weit wandern“ mit einem oder zwei Hunden definiert. Der englische Ausdruck dient der allgemeinen Vereinfachung grenzüberschreitender Kommunikation.

 

Es gibt viele Menschen, die sich mit ihren vierbeinigen Freunden gerne und häufig in der Natur bewegen, sei es als ausdauernde Spaziergänger, Wanderer, Läufer oder mit dem Fahrrad und im Winter auch auf Skiern. Gemeinsamkeit verbindet und festigt Beziehungen, auch mit Hunden. Lange gemeinsam unterwegs zu sein, das vertieft das Erlebte und stärkt die Qualität der Bindung umso mehr. Sind die Hausübungen für die konditionellen Voraussetzungen gemacht („Fit in die Berge, nicht fit durch die Berge!“), so liegt die Belohnung auch in gesteigertem Genuß!

 

Zum individuellen Gehen selbst geplanter Touren hatte Dogtrekking von Beginn an auch einen leistungssportlichen Aspekt, die Faszination „dogtrekking“ ist jedoch immer vom Begriff des MITEINANDER geprägt. Das Team Fellnase-Futterträger ist während der gesamten Geh- oder Laufzeit mit einer maximal 3 Meter langen Zugleine inklusive ausgezogenem Ruckdämpfer verbunden - der Hund trägt ein Zuggeschirr, der Mensch einen Hüftgurt. Dies entlastet die Halswirbelsäule des Ziehenden wie die Rückenwirbelsäule des Gezogenen und ist zugleich eine wildtierfreundliche sowie konfliktverhindernde Maßnahme in unseren österreichischen und nachbarschaftlichen Wäldern und Bergen.

Entwickelt hat sich diese Sportart in einer Runde von tschechischen Schlittenhundesportlern, um die Zeit im Sommer sinnvoll verbringen zu können. Eine zweite Ursprungsregion ist Frankreich, wo Veterinärmedizinstudenten mit ihren Hunden vergleichbare Aktivitäten und Bewerbe durchzuführen begannen - auch wenn die Entwicklung später in Richtung Canicross (Laufen mit Hund) über deutlich kürzere Strecken ging. Unser Dogtrekkingreglement hält sich eng an das tschechische Vorbild, welches dem ehemaligen Bergsteiger und nunmehrigen Schriftsteller Jaroslav „Monte“ Kvasnica und in weiterer Folge dem Schlittenhundesportler und Journalisten Vladimír Páral zu verdanken ist. Mittlerweile sind unter Dogtrekkerinnen und Dogtrekkern fast alle Hunderassen vertreten, vom Zwergpinscher bis zur Deutschen Dogge. Es gilt lediglich ein Mindestalter von 18 Monaten für den Vierbeiner zu beachten (ein guter Gesundheitszustand von Vier- und Zweibeiner ist selbstverständlich), dann kann das Training schon losgehen.

 

Mit der Wanderkarte und dem Kompaß aus der Pflichtausrüstung kann in das Abenteuer gestartet werden, wobei wir Dogtrekking von Doghiking unterscheiden.

 

DOGTREKKING ist eine kynologische Ausdauersportart über eine Distanz von mindestens 80 Kilometern und einer Dauer von zwei (oder mehr) Tagen, es ist die Königsklasse unserer schneefreien Bewerbe. Viele zu bewältigende Höhenmeter ersetzen dabei den einen oder anderen Kilometer vollwertig. Im offiziellen Sportkatalog Österreichs heißt diese Sportart (für hundelose Menschen) „Sportwandern“.

Es gibt kein kompliziertes Regelwerk, das zu beachten ist - nur ein kompaktes Reglement mit Überlegungen, welche der Sicherheit und dem Wohlergehen des Mensch-Hunde-Teams dienlich sind. Deshalb ist eine Pflichtausrüstung mitzuführen, die aus den notwendigsten Gegenständen zur Erfüllung dieses Anspruches besteht. Die zu meisternden Herausforderungen unterliegen nach wie vor hauptsächlich der Selbstverantwortung.

 

DOGHIKING ist üblicherweise eintägiges Weitwandern über eine Strecke von 40 bis 50 Kilometern und ein guter persönlicher Test für die Teilnahme an einem Dogtrekking. Eine bei Dogtrekkings eventuell zusätzlich angebotene kürzere Streckenvariante wäre demnach ebenfalls ein Doghike, auch wenn die Veranstaltung zwei Tage dauert.

 

Ohne Wertung werden für Einsteiger auch kürzere Strecken mit 15 oder 20 km pro Tag angeboten, um diese Faszination erschnuppern zu können. Dort sind dann ältere oder junge Hunde zu finden, Teams im Trainingsaufbau und auch Menschen, die sich das einfach einmal anschauen wollen.

Für alle Hundemenschen ist zu bemerken, daß das gemeinsam intensiv Erlebte oft mit großen Emotionen verbunden ist und ausreichend geeignetes Material zum Flechten einer unsichtbaren Leine bietet. Viele haben bereits begonnen, ihre pelzigen Freunde anders zu sehen, gelernt, sie besser zu verstehen und auch auf sie zu hören.

 

Frei nach dem Motto "Keiner spürt es so wie du" ist Dogtrekking, also Tourensport mit Hunden, letzten Endes ein Lebensgefühl, das unser Verein mit seinen Aktionen in Österreichs schönsten Gegenden an alle naturbegeisterten und hundebegleiteten Menschen weitergeben möchte. Daß dieser Sport jene nicht mehr loslässt, die er einmal gepackt hat und diese der Faszination des Unterwegsseins im Mensch-Hund-Team leicht erliegen können, ist aber eine Tatsache, die hier auf keinen Fall verschwiegen werden soll - in diesem Sinne:

 

Keep on running!

 

 

Oder - in konfuzianischem Stil ausgedrückt:

 

"Wenn du laufen willst, laufe eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, dann finishe ein Dogtrekking." :)

 

(Text in Synergie aus jenen von Christian Vajk und Gerhard Lagler zusammengestellt, "DT-Konfuzius" von Mario Formanek, Video von Christan Vajk,  www.dogtrekking.at)

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